Gut Sandbeck

Trommelkurs in der Ferienwerkstatt in Osterholz Scharmbeck

Städtische Jugendarbeit Osterholz-Scharmbeck
Klanghölzer und Brandmalerei - Holzarbeit mit Günter Culik

"Ich bin unterwegs um Menschen aufzumuntern, zu motivieren und Streicheleinheiten
zu verteilen - mit Kunst und Kreativität geht das wunderbar"
meint Günter Culik.

Ein wohltuender Standpunkt in Zeiten, in denen ausschließlich mehr Anspruch und höheres
Niveau in den sogenannten Kernfächern der Schule gefordert wird. Als Künstler und
Holzbildhauer möchte Culik deshalb auch gerne die in der Schule entstandenen Defizite
ausgleichen.
"Der Baumkaiser", so Culik's Spitzname, liebt Kinder und das Material mit dem er arbeitet.
Das erkennt man sofort, wenn man ihn bei der Arbeit beobachtet. "Ich will die Kinder für das
Leben stärken, wenn ich künstlerisch mit ihnen arbeite" sagt er und beweist damit, dass er unter
Bildung nicht nur die Vermittlung von Fakten und prozessualem Wissen versteht, sondern auch
die Entwicklung von Geist und Herz.

In Zusammenarbeit mit dem Kunstverein auf Gut Sandbeck erarbeitet Günter Culik gemeinsam
mit den Kindern handwerkliche Projekte. Ziel des Vereins von Kunsterziehern gegründeten
Vereins ist es, professionelle Künstler mit Freizeitkünstlern und Kunstinteressierten zusammen
zubringen. "Damit das Bewusstsein für die Bedeutung von Kunst und Kreativität schnell geschärft wird,

fangen wir möglichst früh an". Mit Verweis auf die kleinsten Kunstinteressierten.
Die Kinder und Schüler, die gerne und zahlreich in den Ferien kommen.

Den frischen Wind den sie mitbringen, haben sie auch gleich eingefangen. In farbenfrohen und sich unermüdlich drehenden

Windmühlen und Windspielen. "Windkraft" lautete das Motto einer weiteren Ferienaktion, deren Ergebnis nun das Bild der

Osterholz-Scharmbecker Innenstadt ziert.
Wofür man die Kraft des Windes am besten nutzt, das hat sich offensichtlich in den letzten Jahrhunderten nicht geändert.
Text: Derek Simon



                                              


Weben mit Wolle und dem Baumkaiser

Dieser Artikel soll nur einen kleinen Einblick in die Arbeit der Ferienwerkstatt des Kunstvereins Osterholz-Scharmbeck geben.

Die Kinder die zu dieser Veranstaltung kommen, sind die Erwachsenen von morgen.
Es ist jedes Mal ein Erlebnis mit diesen Kindern zu arbeiten. Die Technik dieser Weberei ist eine Technik, die noch vor der letzten

Jahrhundertwende praktiziert wurde.

Ich habe 28 Stück Holzrahmen für diesen Kursus hergestellt, damit können auch nur so viele Kinder damit arbeiten.

 Der Kunstverein in OHZ organisiert nicht nur hochwertige Kunstaus-
stellungen, sondern er fördert auch Begegnungen. Dadurch entstehen viele Freundschaften.
Zum einen in der Stadt und im Umland, zum anderen sogar international. Während der Ferienwerkstatt

geschieht das unter den Kindern. Die Kinder nehmen am Ende praktisches
Wissen der Künstler mit auf ihren Lebensweg. Mit nach Hause und haben andere Kinder kennengelernt,

die sich nicht immer in den Schulen kennen lernen.

Der Baumkaiser
Was macht ein Holzfachmann denn mit Wolle würde hier der Leser fragen?

Ich bin Handwerksmeister, dadurch auch Berufserzieher und arbeite seit 22 Jahren mit Jugendlichen.

 Seit 1971 bin ich eingetragener Bremer Künstler und arbeite gern mit Menschen. Wenn der Kunstverein die

 Ferienwerkstatt jedes Jahr neu organisiert, werden immer Künstler eingesetzt. Vor 3 Jahren wurde eine

Künstlerkraft krank. Ich wurde von Michaela Johnen angesprochen, ob ich nicht noch einen Kursübernehmen könnte.

Da ich auch mit anderen Materialien arbeite war das kein Problem mit Wolle etwas anzubieten. Alte und wieder entdeckte

Technik der Weberei. Über diese Technik kann ich einiges berichten.
Da ich sehr offen bin, habe ich auch guten Kontakt mit älteren Menschen. Damit mache ich mir die Türen zu alten

und längst vergessenen Handwerkerkniffen und Techniken auf. Ich habe bei diesen Gesprächen, die ich dann

mit unseren älteren Mitbürgern führe,
Dinge erfahren, die ohne deren Aussagen und Erfahrungen in Vergessenheit geraten würden. Damit bekommen

diese wieder eine sehr hohe Akzeptanz. Diese Erfahrungen zu bewahren und weiterzugeben ist wichtig,

da sie sonst in Vergessenheit geraten.

Ich wurde vor gut 10 Jahren von einem ausländischen Mitbürger angesprochen, ob ich ihm einen Webrahmen bauen

 könnte. Auf meine Frage wie der aussehen sollte, sagte dieser: dreieckig. Ich antwortete: "gut ich baue einen und für

mich gleich einen mit und du zeigst mir diese Technik". Was er auch tat. Er hatte aber nach 10 Jahren einiges von seiner

Technik vergessen. Dabei konnte ich ihm helfen. Ich habe bei dieser Arbeit festgestellt, dass man bei handwerklichen und

geistigen Techniken unserer ausländischen Mitbürger, gar nicht so leicht heranzukommen ist. Ich habe auch ganz selten hier

bei uns dieser Technik zusehen können. Aber bei dieser Webtechnik hat es geklappt.
Unsere Kulturen können sich nur durch Austausch von geistigen, handwerklichen und kreativen Eigenarten ergänzen.

So sollten auch wir es auch weiter praktizieren.


>

weiter zu: